Minifest 11

"Uns schickt der Himmel". Dieser Spruch auf den T-Shirts der Ministrantengruppe von Häggenschwil SG passte an diesem sonnigen Sonntag zum 5. Deutschweizer Minifest in Zug. Rund 7.800 Ministranten aus der Deutschschweiz feierten ihren Tag in mehr als 110 Ateliers, der unter dem Motto "Zyt" stand. Von den Ateliers "Airbrush" bis "Zytturm besuchen" war an diesem Tag vieles möglich. Die meisten teilnehmenden Ministranten kamen aus dem Kanton Luzern, rund 1.500, gefolgt von den Kantonen Aargau und St. Gallen mit jeweils rund 1.200 Minis. "Alles hat seine Zeit. Und heute ist Zeit fürs Minifest". Mit diesen Worten begrüsste Andy Givel, Mitglied des Pallottinerordens und im Organisationskomitee des Minifestes, die rund 7.800 Ministranten auf dem Stierenmarktareal in Zug. Im Rahmen des Eröffnungswortgottesdienstes zum Thema richtete er auch die Frage an den Churer Weihbischof und Jugendbischof Marian Eleganti, wann denn seine "Zyt zum Weinen und Lachen" sei. Der Weihbischof gestand, dass er erst kürzlich sehr glücklich gewesen sei, nämlich auf dem Weg nach Madrid zum Weltjugendtag und verglich das Minifest mit diesem Treffen. "Ähnlich wie heute sei es gewesen, und die vielen jungen Menschen haben mich sehr glücklich gemacht." Traurig sei er immer dann, wenn das Vertrauen in Gott nicht da sei. Die Stimmung unter den Ministranten war an diesem sonnigen Tag unbeschreiblich. "Mega-gut gefällts mir, einfach spitze." "Sehr viel got ab! Voll cool do bis jetzt" waren einige der Rückmeldungen, die während des Minifestes per SMS geschickt wurden. Auf einer grossen Leinwand neben der Hauptbühne am Stierenmarktareal konnte man den ganzen Tag Feedbacks, Personensuchen und Grüsse lesen, die von den Jugendlichen auf ihren Handys geschrieben wurden. Kleine Wolken zogen bei jenen Minis auf, die lange vor einem Atelier gewartet haben und resigniert dieses wieder verliessen. "Eine halbe Stunde haben wir beim Bull-Riding angestanden, dann sind wir gegangen, weil wir nicht dran gekommen sind", erzählten drei Ministrantinnen aus Altnau TG. Nun versuchen sie es beim Kamelreiten und anschliessend beim Kuh melken. Trotzdem gefalle ihnen das Fest sehr und sie seien froh, dabei zu sein. Nicht alle Ministranten aus ihrer Pfarrei seien mitgekommen. Dies erzählten auch Ministranten aus Hochdorf LU. Insgesamt seien sie an die 100 Ministranten, gekommen sind rund 60. Diese Information liessen sich die Minis beim Fahnen malen entlocken und posierten auch gerne für Fotos. Das Atelier Fahnen malen wurde vom Zuger Künstler Thomas Betschart organisiert. Rund 30 Himmelsfahnen wurden am Fest von den Ministranten "sehr kreativ und mit viel Einfallsreichtum" bemalt. "Zyt ist nicht nur ein Thema, sondern die Ministranten haben eine halbe Stunde Zeit, um sich frei auszudrücken", sagte Betschart gegenüber der Presseagentur Kipa. Dreissig Minis konnten gleichzeitig Fahnen malen, dann wurden die "Teams" gewechselt. Nach dem Fest werden die Fahnen noch bis November auf dem Gubel in der Nähe des Klosters Menzingen zu sehen sein. Das Organisationskomitee erwägt, die Fahnen auch am nächsten Minifest 2014 wieder aufzuhängen. Erstmals war am Minifest ein Gastland eingeladen. Luxemburg präsentierte sich auf der Hauptbühne mit ihrer Gründungsgeschichte "Die Sage von der schönen Melusina". "Ministranten seien keine mitgekommen", erzählt Tanja Konsbruck, Mitarbeiterin in der nationalen Ministrantenstelle in Luxemburg. Es seien noch Schulferien und daher könne man die Kinder schlecht erreichen. Die Gründungssage haben 15 Ministranten aus Schmerikon SG aufgeführt. Seit 2001 stehe man schon in Kontakt mit dieser Pfarrei und natürlich werde man auch ans nächste Minifest wieder kommen, versicherte sie. In ihrem Atelier hätten die Schweizer Ministranten im Rahmen eines Wissensquiz auch viel über Luxemburg gewusst, erzählt sie fröhlich. Für ungewohnte Klänge und Tänze sorgte die kambodschanische Tanzgruppe "Morodok Khmer" auf der Bühne. Sie waren vom Missionwerk Missio eingeladen und vermittelten auch in ihrem Atelier den interessierten Minis erste Schritte ihrer traditionellen Tänze und Wissen über ihre ungewöhnlichen Instrumente. Rund 4.000 Kambodschaner leben in der Schweiz, erzählt Malis, die 1981 vor dem Krieg in die Schweiz geflüchtet war. Ihre Musik habe eine rund 1.000-jährige Tradition, die sie auch hier weiter pflegen. Auch die Schweizer Garde präsentierte sich am Minifest. "Das Interesse war sehr gross", sagte Karl-Heinz Früh, Rekrutierungsoffizier der Garde. Nicht nur Jungen, auch Mädchen zeigten grosses Interesse an den Uniformen und Waffen der Garde. Einmal die Uniformen berühren können und die Waffen in der Hand zu halten, sei für viele ein Erlebnis, welches nicht jeden Tag möglich sei, so der Offizier. Aber auch die Schweizer Garde habe Interesse an den männlichen Ministranten. Es gebe immer wieder mal jemanden, der bei der Bewerbung sagt, er habe den ersten Kontakt mit der Schweizer Garde am Minifest geknüpft.

Geknüpft wurden an diesem Tag aber nicht nur Kontakte zur Organisationen oder anderen Ministranten: Fast jeder Mini knüpfte an diesem Tag ein Freundschaftsband aus bunten Fäden, die er vorher mit anderen getauscht hatte. Besonders kreative Ministranten schrieben schon mal auf ihre Kappen "Ich habe Bändeli zum Tauschen", um mit anderen in Kontakt zu kommen. Lange Warteschlangen bildeten sich während des Tages vor den sportlichen Ateliers: Ob Kletterwand, Trampolin springen oder Bungee-Trampolin. Auch beim Menschentöggeli schlugen die Herzen der Minis höher; einmal im Leben selbst ein Töggelispieler sein und an der Stange stehen. Grosse Aufmerksamkeit erhielt auch die Wildsau "Ferrari". Dreimal gewann sie unter dem Jubel vieler Ministranten an diesem Tag das Wildschweinrennen am Stierenmarktareal und verhalf einigen Ministranten zu kleinen Gewinnen. Abseits von den Ateliers zog es am Nachmittag viele Ministranten zur Eucharistiefeier in die Kirche St. Johannes in Zug. In der voll besetzten Kirche feierten sie mit Jugendbischof Marian Eleganti, der sich im Rahmen der Feier auch die Gitarre umhängte und das Lied Veni sancte spiritus anstimmte. In der anschliessenen Predigt verglich er die Eucharistie mit einer Umarmung, die aber leider nicht immer von allen gespürt werde. "Ich sehe nichts, ich fühle nichts, also gibt es Jesus auch nicht", sagte der Weihbischof. So redeten manchmal viele Menschen und dennoch sei Gott da. "Ist das ein iPhone, nein, ah ein Nokia, geht auch", sagte der Weihbischof während er einem Jugendlichen in der ersten Reihe das Handy nahm und es in die Höhe hielt. Er verglich eine Umarmung Gottes mit einem Handy. Die Handywellen spüre man ja auch nicht und trotzdem wisse man, dass es funktioniere. So sei es auch mit Jesus. Es gebe in der Welt Realitäten, die wir nicht sehen, nicht spüren und die trotzdem da sind. Jesus sei da. Da waren am Ende des Tages nicht nur 7.800 Ministranten, sondern auch ein riesiges Ballonfeuerwerk aus abertausenden bunten Luftballons. Diese zauberten einen farbigen Himmel, den die vielen Ministranten beklatschten. Beim Anblick der vielen bunten Punkte am blauen Himmel kam sicherlich dem einen oder anderen der Spruch auf dem T-Shirt wieder in den Sinn: "Uns schickt der Himmel".


Einrichten und Aufstellen

Ankommen in Zug

Begrüssung und Eröffnungsgottesdienst

Die Ateliers am Minifest 11

Gesichter am Minifest

Gastland Luxemburg

Gemeinschaftsprojekt "Fahnen malen"

Schlusspunkt und Ballonfeuerwerk

Helfer am Minifest


Was wäre ein Minifest ohne Helfer! Vermutlich gäbe es gar kein Minifest. Auch beim Minifest in Zug am 28. August 2011 durften wir wieder auf eine grosse Schar engagierter Helferinnen und Helfer zählen, die beim Aufbau mithalfen, Ateliers betreuten, hinter den Kulissen für einen einwandfreien Betrieb des Festes sorgten, das OK unterstützten, aufräumten und vieles mehr... Um den Helferinnen und Helfern Danke zu sagen, lud die DAMP am Sonntag, 22. Januar 2012 in Toni's Zoo ein, der im vergangenen August in Zug mit zahlreichen Tieren auch vor Ort war. Rund fünfzig folgten der Einladung und reisten aus verschiedenen Regionen der Schweiz nach Rothenburg (LU). Unter kundiger Führung von Toni Röösli und einer Pflegerin durften die Helfer den liebevoll gepflegten Zoo mit seinen Tieren entdecken. Höhepunkte waren bestimmt die Begegnung mit einer Boa Constrictor und das Füttern der Berberaffen. Nach dem Rundgang durch die Aussengehege mit den Geparden, den niedlichen Brillenpinguinen und vielen weiteren Tieren erwartete die Helfer ein stärkendes Essen im Zoo-Restaurant. Dort durften natürlich auch ein paar Worte der OK-Präsidentin Katharina Küng und des DAMP-Präsidenten Adrian Bolzern nicht fehlen. Beide sagten noch einmal herzlich Dankeschön für den grossen Einsatz am Minifest und unterstrichen die grosse Bedeutung der Helfenden am Minifest. Mit einem Glacé-Dessert und einer Foto-Show vom Minifest klang das gemütliche Helferfest, an dem so manches Erlebnis aus dem gemeinsamen Einsatz in Zug aufgefrischt wurde, an diesem windigen Januarnachmittag so langsam aus.